Über die Bewegung

Es war sehr heiß zuletzt! Auch an meinem Geburtstag war es ungewöhnlicherweise mal heiß und sonnig. Nicht selten habe ich meine Kindergeburtstage verregnet und kühl erlebt – zumindest in meiner Erinnerung. Vielleicht hielt es sich tatsächlich die Waage, aber unser Gedächtnis spielt uns ja oft einen Streich.

Da es so schön warm war, hatte ich mir abends einen Ausflug an den Müggelsee gewünscht, der nicht weit weg ist von unserem Zuhause. Wir haben beschlossen, Lotte das Stand-up-Paddeln beizubringen. Zu meiner großen Überraschung ist sie direkt auf’s Board gewackelt und hat sich mit Käse so was von um den Finger wickeln lassen! Selbst nach einem Abgang ins Wasser ist sie freiwillig wieder aufgestiegen. Und ich vermute, sie hasst schwimmen noch mehr als im Auto mitzufahren. Auf der gemeinsamen kurzen Fahrt schaute sie etwas verstört, aber dass sie auf dem Board gierig den Käse fraß, zeugt für mich von nicht übermäßiger Anspannung – im Auto frisst sie nie!

Beim Stehpaddeln geht es um Balance und weniger um Bewegung – im Gegenteil, wenn sich 19kg mal eben von der Boardmitte zur Boardspitze bewegen, kann man schnell baden gehen.

Doch in unsere Adoptionsbewerbung ist endlich Bewegung gekommen! Auch an meinem Geburtstag erhielt ich einen Anruf des Adoptionsdienstes und wir haben einen Termin vereinbart, um den Überprüfungsprozess zu starten. Ich kann es kaum glauben und es wirkt noch etwas surreal. Es besteht die Möglichkeit, dass wir bald eine kleine Familie haben.

Doch zuerst steht uns noch etwas Gedanken- und Gefühlsarbeit bevor. Ich finde es erstaunlich, dass viele Menschen, denen ich vom Ablauf der Überprüfung erzähle, die Augen verdrehen und fragen, warum das um Himmels Willen so langwierig und kompliziert sei. Liegt es daran, dass ich mich damit schon länger beschäftige oder es mir ausführlich erklärt wurde von der Mitarbeiterin der Senatsverwaltung, aber für mich ergeben die unterschiedlichen Termine totalen Sinn. Wie sonst soll eine verantwortungsbewusste Entscheidung im Namen eines Babies getroffen werden, welches dann bei „neuen“ Eltern aufwächst? Es kann sich ja schlecht selbst welche aussuchen…

Ich bin jedenfalls sehr gespannt, was die kommenden Monate für uns bereit halten und wie gut wir die Balance behalten und wie schnell sich der Prozess für uns ab jetzt anfühlen wird. Ich bin neugierig, mehr über mich, meinen Mann und uns als Paar zu erfahren, wenn wir uns zwangsläufig mit ganz interessanten Fragestellungen auseinandersetzen. Anders als die „Augen-Verdreher“ empfinde ich den Prozess nicht als Belastung (zumindest bis jetzt), sondern eher als Chance, mich intensiv auf meine Elternrolle vorzubereiten. Ob das hilfreich ist oder nicht, wird sich zeigen.

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